Warum die Kraftstofferfassung auf der Baustelle schwierig ist
Auf dem Papier ist die Sache einfach: Der in den Tank gefüllte Kraftstoff, die abgegebene Menge und der Rest im Tank müssen zusammenpassen. In der Praxis wird nachts betankt, der Beleg geht verloren, der Tankwagen fährt mehrere Baustellen an, der Zählerstand fehlt, und am Monatsende stimmen Tankbestand und Summe der Betankungen nicht überein. Ob die Differenz Schwund, Messfehler oder Diebstahl ist, bleibt offen und wird als Aufwand verbucht.
In vielen Fuhrparks ist Kraftstoff ein größerer Posten als Wartung und Ersatzteile zusammen. Deshalb ist die literweise Erfassung nicht nur nötig, um Verluste aufzudecken, sondern auch, um die tatsächlichen Betriebskosten je Maschine zu kennen. Die Erfassung wird in drei Ebenen aufgebaut: Tank- und Zapfbuchung, Verbrauchsrechnung je Maschine und Abweichungsanalyse.
Tank- und Zapfbuchung: an der Quelle beginnen
Der erste Schritt ist die Bestandsaufnahme: Stationäre Tanks und mobile Tankwagen werden mit ihren Kapazitäten erfasst. Dann folgen drei Bewegungsarten: Lieferung in den Tank, Umfüllung zwischen Tanks und Betankung der Maschine. Jede Bewegung wird mit Liter, Datum, Quelltank und Ziel gebucht. Lückenlos erfasst, lässt sich der Tankbestand jederzeit errechnen und mit der physischen Messung vergleichen.
Bei der Betankung einer Maschine müssen zwei Felder verpflichtend sein: die Litermenge und der Zählerstand zu diesem Zeitpunkt. Ohne Zählerstand sagt die Litermenge für sich genommen nichts aus; die Verbrauchsrechnung beruht auf der Stundendifferenz zwischen zwei Betankungen. Wenn der Fahrer beim Tanken den QR Code der Maschine scannt und Liter sowie Zählerstand einträgt, ist das schneller und verlässlicher als das Sammeln von Papierbelegen.
Liter je Betriebsstunde je Maschine berechnen
Das natürliche Maß des Verbrauchs sind bei Baumaschinen Liter je Betriebsstunde und bei Straßenfahrzeugen Liter je hundert Kilometer. Gerechnet wird zwischen zwei aufeinanderfolgenden Betankungen: Die abgegebene Menge wird durch die Zählerdifferenz zwischen beiden Betankungen geteilt. Eine einzelne Betankung kann in die Irre führen; der Tank war vielleicht nicht ganz voll oder die vorherige Betankung wurde unvollständig erfasst. Deshalb wird der gleitende Durchschnitt mehrerer Betankungen bewertet.
Der Vergleich ist auf zwei Ebenen aussagekräftig. Erstens die eigene Historie: Verbraucht derselbe Bagger im Vormonat einen bestimmten Wert je Stunde, deutet ein deutlicher Anstieg auf eine Veränderung hin. Zweitens die Maschinengruppe: Maschinen derselben Klasse verbrauchen bei vergleichbarer Arbeit ähnlich viel; wer dauerhaft abweicht, wird anders gefahren oder hat ein Problem. Katalogwerte geben nur eine erste Orientierung; Ihre eigene Historie ist die verlässlichere Referenz.
Telemetrie-Abgleich und Abweichungsgrenze
Bei Maschinen mit Telemetrie liefert der Anbieter die Motorbetriebsstunden und oft auch Verbrauch oder Tankfüllstand. Daraus ergibt sich ein Abgleich: Die gebuchte Litermenge und der von der Telemetrie errechnete Verbrauch müssen zusammenpassen. Eine Differenz weist auf eine fehlerhafte Buchung hin, darauf, dass der Kraftstoff nicht in die Maschine gelangt ist, oder auf eine Entnahme.
Die Abweichungsgrenze legt fest, welche Differenz eine Meldung auslöst. Eine zu enge Grenze schlägt bei jedem Messfehler Alarm und die Meldungen werden nicht mehr ernst genommen; eine zu weite Grenze übersieht den echten Verlust. Praktisch ist es, die Grenze zunächst weit zu setzen, einige Wochen die tatsächliche Verteilung der Abweichungen zu beobachten und sie danach zu verengen. Die Grenze sollte sowohl prozentual als auch in absoluten Litern gedacht werden; bei Maschinen mit kleinem Tank ist der Prozentwert sinnvoller, bei großem Tank die Litermenge.
Diebstahl und Schwund unterscheiden
Diebstahl und Schwund müssen getrennt werden. Schwund entsteht durch Verdunstung, Verschütten, Messtoleranzen und temperaturbedingte Volumenänderungen; er ist eine kleine und regelmäßige Differenz. Diebstahl dagegen ist eine unregelmäßige und große Differenz, die sich um einen bestimmten Tank, eine bestimmte Schicht oder eine bestimmte Maschine gruppiert. Wer die Differenz zwischen Tankbestand und Summe der Betankungen je Tank und je Periode verfolgt, sieht, wo sie sich sammelt.
Auf der Maschinenseite sind zwei Anzeichen wichtig: ein plötzlicher Verbrauchsanstieg und eine auffällig geringe Zählerdifferenz zwischen zwei Betankungen. Hohe Litermengen bei scheinbar wenig gelaufener Maschine deuten darauf hin, dass der Kraftstoff nicht dorthin floss. Auch defekte Kraftstoffleitungen und Einspritzdüsen erhöhen den Verbrauch; deshalb gehört zu jeder Meldung zuerst die technische Prüfung, dann die administrative Klärung. Dokumentierte und abgeschlossene Meldungen machen rückblickend nachvollziehbar, was dahinterstand.
Geräte-API und Zapfsäulenautomatisierung
Auf Baustellen mit automatisierter Zapfsäule kommen die Betankungsdaten von der Säule selbst: welche Karte, wie viele Liter, wann. Diese Daten von Hand ins System zu übertragen kostet Zeit und erzeugt Fehler. Über eine Geräte-API schreibt die Zapfsäule jede Betankung unmittelbar in die Kraftstoffhistorie; der Fahrer ergänzt nur noch den Zählerstand. Tankbestand und Maschinenverbrauch sind damit jederzeit aktuell.
Bei der API-Anbindung sind zwei Punkte wichtig: ein eigener Schlüssel je Gerät und der Schutz davor, dass eine erneut gesendete Betankung doppelt gebucht wird. Zapfsäulen senden Daten nach einem Verbindungsabbruch noch einmal; das System muss diese Wiederholung erkennen. Werden Telemetrie, Zapfsäulendaten und Erfassung auf der Baustelle mit einem Quellenkennzeichen in dieselbe Kraftstoffhistorie geschrieben, ist bei einem widersprüchlichen Wert nachvollziehbar, woher er stammt.
So löst Reper Ops das
In Reper Ops werden stationäre Tanks und mobile Tankwagen im Bestand geführt; Lieferungen, Umfüllungen und Maschinenbetankungen werden gebucht, der Füllstand bei jedem Vorgang aktualisiert. Der Fahrer scannt den QR Code, trägt Liter und Zählerstand ein und wählt den Tank. Die Buchungen werden mit den Telemetriedaten abgeglichen; wird die Abweichungsgrenze überschritten, entsteht eine Meldung. Je Maschine und Gruppe werden die Liter je Betriebsstunde verfolgt, abweichende Maschinen erscheinen in der Meldungsliste. Für einen Tank unterhalb des Mindestfüllstands geht eine Benachrichtigung heraus. Die Zapfsäulenautomatisierung schreibt Betankungen über einen Geräteschlüssel der API direkt ein, ohne doppelte Buchungen. Die Kraftstoffkosten fließen in den Kostenbericht je Maschine und Projekt.
